Frauenheilkunde München

Amniozentese - Praxis Dr. Stefan Koch München, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Pränatale Diagnostik, Ultraschall Diagnostik

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Pränatale zytogenetische Diagnostik

Sie fragen nach der Möglichkeiten einer invasiven Pränataldiagnostik in Ihrer Schwangerschaft. Sofern Sie sich noch vor der 12. Schwangerschaftswoche befinden, haben Sie die Möglichkeit entweder die Amniozentese oder die Chorionzottenbiopsie durchführen zu lassen

Wann ist eine pränatale zytogenetische (evtl. molekulargenetische) Diagnostik indiziert?

  • bei einem mütterlichen Alter > 35 Jahre zum Zeitpunkt der Geburt
  • auch bei Schwangeren, die ihr jeweiliges Altersrisiko oder das im Ersttrimester-screening ermittelte individuelle Risiko als zu hoch einschätzen
  • zum Ausschluss familiär gehäufter genetischer Erkrankungen
  • bei bekannter oder vermuteter chromosomaler Auffälligkeit in der Familie (z.B. balancierte Translokation)
  • bei vorangegangener Schwangerschaft mit einer Chromosomenauffälligkeit
  • bei fetaler Fehlbildung, die mit einer Chromosomenauffälligkeit bzw. Genmutation assoziiert sein kann
  • bei auffälligem Ultraschallbefund

Aus welchem Gewebe kann pränatale zytogenetische Diagnostik erfolgen?

Die pränatale zytogenetische Diagnostik kann erfolgen aus:

  • Chorionzotten (Chorionzottenbiopsie ab SSW 11+1)
  • Fruchtwasserzellen (Amniozentese ab SSW 13+1)
  • Nur bei speziellen Fragestellungen: Nabelschnurblut (ab abgeschlossener SSW 18)

Amniozentese

Wann ist eine Amniozentese indiziert?

  • bei einem mütterlichen Alter > 35 Jahre zum Zeitpunkt der Geburt
  • auch bei Schwangeren, die ihr jeweiliges Altersrisiko oder das im Ersttrimester-Screening ermittelte individuelle Risiko als zu hoch einschätzen
  • zum Ausschluss familiär gehäufter genetischer Erkrankungen
  • bei bekannter oder vermuteter chromosomaler Auffälligkeit in der Familie (z.B. balancierte Translokation)
  • bei vorangegangener Schwangerschaft mit einer Chromosomenauffälligkeit
  • bei fetaler Fehlbildung, die mit einer Chromosomenauffälligkeit bzw. Genmutation assoziiert sein kann
  • bei auffälligem Ultraschallbefund

Welche Zellen werden bei der Amniozentese untersucht?

Fruchtwasserzellen sind abgeschilferte Epithelzellen des Feten, also direkte fetale Zellen.


Wann wird die Amniozentese durchgeführt?

Die Amniozentese wird routinemäßig ab 13 + 1 SSW (13+1-16+X) durchgeführt. Vor 13 Wochen ist mit einer Erhöhung der Komplikationsrate zu rechnen.

Was kann durch eine Fruchtwasseranalyse mittels Amniozentese erkannt werden?

  • Durch eine Chromosomenanalyse lassen sich Abweichungen der Chromosomenzahl und der Chromosomenstruktur erkennen.
  • Aus dem Fruchtwasser kann zusätzlich zur Chromosomenanalyse eine alpha-Fetoprotein-Bestimmung sowie ACHE-Bestimmung erfolgen zum Ausschluss von Schlusstörungen der Gehirn, Nerven, Rückenmarkentwicklung (z.B.: Spina bifida)
  • Mit dem FISH-Schnelltest lassen sich Abweichungen der Anzahl Autosomen 13,18 und 21 sowie der Geschlechtschromosomen feststellen. Mit einem Ergebnis dieser Untersuchung ist nach 24 Stunden zu rechnen
  • Fruchtwasser kann auch zur gezielten Abklärung familiär bekannter genetischen Erkrankungen herangezogen werden. Da die Amnionzellen für eine DNA-Analyse zunächst noch angezüchtet werden müssen, dauert die Bearbeitung jedoch länger als bei einer DNA-Analyse aus Chorionzotten

Wie findet die Amniozentese statt?

  • Jeder Punktion sollte - sofern noch nicht geschehen - eine humangenetische Beratung und eine eingehende Ultraschalldiagnostik vorausgehen
  • Bei der Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) wird unter gleichzeitiger Ultraschallkontrolle eine dünne Nadel (Außendurchmesser 0,7mm) durch die Bauchdecken in die Fruchthöhle eingeführt, um Fruchtwasser zu entnehmen. Eine Lokalanästhesie ist nicht erforderlich.

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Wann liegt das Ergebnis der Karyotyp-Analyse aus Fruchtwasserzellen vor?

Das Ergebnis der Karyotyp-Analyse liegt nach ca. 12-16 Tagen vor.

Welche Einschränkungen gelten für die pränatale Chromosomenanalyse? Wo liegen die Grenzen?

  • Kleinere chromosomale Strukturauffälligkeiten sowie einzelne Genveränderungen sind unter dem Mikroskop nicht zu erkennen
  • Wenn ein kleinerer Teil der Körperzellen eines Feten einen abweichenden Chromosomensatz hat (Mosaik), ist dies nicht immer mit Sicherheit zu erkennen
  • Körperliche Fehlbildungen, Stoffwechseldefekte oder geistige Behinderungen können in aller Regel mit einer Chromosomenanalyse nicht ausgeschlossen werden
  • In wenigen Fällen wachsen die Zellen nur langsam, so daß das Ergebnis erst später vorliegt
  • Es kann nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden, dass auch mütterliche Zellen, statt der kindlichen in der Kultur gewachsen sind
  • Mit der Amniozentese und Chorionzottenbiopsie können nur Erkrankungen nachgewiesen werden, die entweder mit einer Veränderung der Zahl oder Struktur der Chromosomen einhergehen oder durch eine bereits in der Familie bekannte Erbkrankheit hervorgerufen werden. Die meisten Fehlbildungen von Kindern (z.B. Herzfehler) sind somit nicht erkennbar. Mit der Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) in der 20. Schwangerschaftswoche, einer Routine-Untersuchung während der Schwangerschaft, kann der Arzt diese Fehlbildungen in vielen Fällen erkennen. Allerdings lässt eine Sonographie keine Rückschlüsse auf die Erbanlagen des ungeborenen Kindes zu, weshalb sie eine Fruchtwasserentnahme (Amniozentese) bzw. Plazenta-Untersuchung (Chorionzottenbiopsie) auch nicht ersetzen kann.

Wie hoch ist die Komplikationsrate?

Das Punktionsrisiko wird mit 0,4-0,8% angegeben- dies entspricht 1: 125-1:250

Welche Komplikationen können auftreten?

Kein Eingriff ist völlig frei von Komplikationen.

  • Die Amniozentese birgt ein Risiko, eine Fehlgeburt auszulösen
  • Es können Kontraktionen der Gebärmutter auftreten: Diese lassen aber in der Regel rasch wieder nach.
  • In seltenen Fällen kann es zum Verlust von Fruchtwasser durch die Scheide kommen (meist verschließt sich dieser Defekt wieder und die weitere Schwangerschaft verläuft ohne Probleme)
    noch seltener kann eine Infektion oder Blutung eintreten
    die Fruchtwasserpunktion erfolgt unter ständiger Ultraschallkontrolle, so daß eine Verletzung des Ungeborenen auszuschließen ist.

Frauen mit der Blutgruppe Rhesus negativ, bei denen die Blutgruppe des Ehemannes Rhesus positiv oder nicht bekannt ist, werden ein Rezept erhalten und müssen innerhalb von 72 Stunden eine Antikörpergabe erhalten, die evtl. Blutgruppenunverträglichkeiten vorbeugt.

In welchem Zeitraum ist mit Komplikationen zu rechnen?

  • Fast alle Komplikationen treten innerhalb der ersten 24 Stunden auf
  • Nach 10 Tagen ist die Häufigkeit von Fehlgeburten nach Amniozentese genauso hoch wie bei Schwangeren in der gleichen Schwangerschaftswoche, die keine Punktion haben durchführen lassen

Wie sollte die Schwangere sich nach der Punktion verhalten?

Wir empfehlen den Schwangeren, am Punktionstag und am Folgetag häusliche Schonung einzuhalten, überwiegend liegend.

  • Ein bis zwei Tage nach dem Eingriff sollte eine Kontrolluntersuchung in der betreuenden Praxis stattfinden
  • Treten nach der Punktion keine Komplikationen auf, so sind eine Woche nach der Punktion alle normalen Aktivitäten unbedenklich wieder möglich, es sei denn, die betreuende Ärztin/der betreuende Arzt gibt eine besondere Empfehlung.

Worauf sollte die Schwangere achten?

Falls Sie nach einer Punktion Unterbauchschmerzen oder andere Beschwerden haben, so sollten Sie unbedingt Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder Ihre Klinik aufsuchen.

Welchen Vorteil hat die Amniozentese gegenüber der Chorionzottenbiopsie?

  • Komplikationen und Fehlgeburten sind bei der Amniozentese sehr selten
  • Durch die alpha-Fetoprotein-Bestimmung (ein Eiweißstoff)und ACHE-Bestimmung (ein Enzym) aus dem Fruchtwasser kann eine weitgehend sichere Aussage über Spaltbildungen des Rückens ( z.B.: Spina bifida) erfolgen
  • mittels Amniozentese können Blutgruppenunverträglichkeiten zwischen Mutter und Kind, die für die Planung einer weiteren Schwangerschaft und Geburt von Bedeutung sein können, erkannt werden. Mittels PCR ist aber auch an nativen Zotten die Feststellung des Rhesus-Faktors möglich.

Nabelschnurpunktion

Die Nabelschnurpunktion wird nur bei speziellen Fragestellungen angewandt. Zum Beispiel bei

  • Blutgruppenunverträglichkeit
  • Infektionen in der Schwangerschaft
  • Bei Verdacht auf kindliche Stoffwechselerkrankungen
  • Aus therapeutischen Gründen, um Blut oder Medikamente in den Kreislauf des Kindes zu bringen
  • Abklärung von Chromosomenbefunden nach Amniozentese (z.B.: Mosaike)

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