Frauenheilkunde München

Ersttrimester-Screening Praxis Dr. Stefan Koch München, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Pränatale Diagnostik, Ultraschall Diagnostik

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Ersttrimester-Screening

Die Gesundheit eines noch ungeborenen Kindes ist vordringlicher Wunsch werdender Eltern.
Das Bedürfnis eine möglichst hohe Sicherheit bereits vorgeburtlich zu erhalten, wird durch neue Screening-Methoden erweitert:
Das Ersttrimester-Screening bietet die Chance zur Früherkennung von Entwicklungsstörungen des Feten.

Welche Parameter beinhaltet das Ersttrimester-Screening?

Es setzt sich zusammen aus:
- Ultraschalluntersuchung
- dem Vorhandensein oder Fehlen körperlicher Anomalien
- dem Vorhandensein oder Fehlen des Nasenbeinknochens
- Nackenfaltenmessung
- Bestimmung mütterlicher Serumparameter
- mütterlichem Alter
- Beratung.

Die zentrale Untersuchung des Ersttrimesterscreenings ist eine umfassende Ultraschalluntersuchung. Hier liegt eine besondere fachliche Qualifikation vor (DEGUM II) *. Unter guten Untersuchungsbedingungen können bereits jetzt Einzelheiten der kindlichen Entwicklung und Organe beurteilt und zahlreiche Organfehlbildungen ausgeschlossen werden.


Was kann durch die "Nackenfaltenmessung" und den mütterlichen Bluttest "PAPP-A und free β HCG "erkannt werden ?

Die Nackentransparenz ("Nackenfalte", NT) ist ein Ultraschallmesswert im Bereich des kindlichen Nackens im ersten Drittel der Schwangerschaft. Eine geringe Nackentransparenz ist als normal anzusehen.
Unter Einbeziehung der Parameter :

  • Scheitel-Steißlänge
  • mütterliches Alter
  • Breite der Nackentransparenz (in 1/10 mm)
  • vorangegangene Schwangerschaften mit Chromosomenanomalien ermöglicht die Nackenfaltenmessung eine individuelle Wahrscheinlichkeitsaussage für das Vorliegen einer Chromosomenanomalie am Beispiel der Trisomie 21/Down-Syndrom.

Auch Schwangerschaften mit späterem Befund eines fetalen Herzfehlers, Fehlbildungen der Nieren, des Skelettsystems, Infektionen oder anderen Syndrome können über eine erhöhte Nackenfalte auffällig sein.

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Wann werden "Nackenfaltenmessung" und mütterlicher Bluttest "PAPP-A und free β HCG " durchgeführt und wie hoch ist die Entdeckungsrate für Trisomie 21?

Die Nackenfaltenmessung erfolgt am selben Tag wie die Blutabnahme für den PAPP-A-Test. Der Test wird durchgeführt zur Abschätzung des individuellen Risikos für Trisomie 21 in der SSW 11+0-13+6 entsprechend 45 mm bis 82 mm Scheitel-Steiß-Länge. Über ein Auswertungsprogramm führt die kombinierte Risikoberechnung unter Einbeziehung der NT-Messung und der Serumparameter PAPP-A-und free-β HCG zu einer Entdeckungsrate einer Schwangerschaft mit Trisomie 21 von bis zu ca. 90%**. (1)
Durch zusätzliche Beurteilung des fetalen Nasenbeins lässt sich die Entdeckungsrate bis auf 97% steigern. (1)
Der NT-Test ohne Bestimmung der Serumparameter hat eine Entdeckungsrate von bis zu ca. 75% für das Risiko einer Schwangerschaft mit Trisomie 21. (1)

Diese Entdeckungsrate ist abhängig von den einbezogenen Faktoren und der Sorgfalt, mit der die Untersuchung durchgeführt wird.

Sobald diese Werte vorliegen wird das adjustierte individuelle Risiko für eine Schwangerschaft mit Trisomie 21 mit Ihnen besprochen.
Eine genetische Beratung kann bei grenzwertigen Risikozahlen erforderlich sein (2).

 


Wahrscheinlichkeit des Down-Syndroms

 

Alter

20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42

SSW 12

1 in 898
1 in 887
1 in 872
1 in 852
1 in 827
1 in 795
1 in 756
1 in 710
1 in 655
1 in 593
1 in 526
1 in 457
1 in 388
1 in 322
1 in 262
1 in 210
1 in 165
1 in 128
1 in 98
1 in 75
1 in 57
1 in 43
1 in 32

bei Geburt

1 von 1527
1 von 1507
1 von 1482
1 von 1448
1 von 1406
1 von 1352
1 von 1286
1 von 1206
1 von 1113
1 von 1008
1 von 895
1 von 776
1 von 659
1 von 547
1 von 446
1 von 356
1 von 280
1 von 218
1 von 167
1 von 128
1 von 97
1 von 73
1 von 55

(nach K :H :Nicolaides, Ultrasound Obstet Gynecol 2003 ; 21 :313-321)

 

 


Wahrscheinlichkeit der Trisomie 13&18

 

Alter

20
25
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42

SSW 12

1 von 1886
1 von 1670
1 von 1105
1 von 959
1 von 814
1 von 676
1 von 550
1 von 440
1 von 346
1 von 269
1 von 207
1 von 158
1 von 119
1 von 90
1 von 68

bei Geburt

1 von 18013
1 von 15951
1 von 10554
1 von 9160
1 von 7775
1 von 6458
1 von 5256
1 von 4202
1 von 3307
1 von 2569
1 von 1974
1 von 1505
1 von 1139
1 von 858
1 von 644


(nach K :H :Nicolaides, Ultrasound Obstet Gynecol 2003 ; 21 :313-321)

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Für welche Patienten kommt der Test in Frage?

Diese Risikoberechnung eignet sich für diejenigen Schwangeren, die einen sicheren Ausschluss der Trisomien und der übrigen erkennbaren Störungen der Chromosomen durch Punktion und das damit verbundene Risiko vermeiden wollen.

Was ist zu beachten?

Bei auffälliger Verbreiterung der Nackentransparenz und unauffälligem Chromosomenbefund müssen andere Ursachen wie Infektionen, Fehlbildungen des Herzens, der Nieren, des Skelettsystems und andere Syndrome so weit wie möglich ausgeschlossen werden.

Manchmal lässt sich aber auch kein Grund feststellen und die Schwangerschaft verläuft ohne Komplikationen.

Das Ersttrimester-Screening ist kein Bestandteil der Ultraschall- Untersuchung zwischen 9. und 12. SSW gemäß den Mutterschafts- Richtlinien.

Die Nackenfaltenmessung und Bestimmung mütterlicher Blutwerte sind statistische Auswertungen und ersetzen nicht die Chromosomenbestimmung. Die sicherste Methode zur Erkennung von Chromosomenstörungen ist die Chromosomenanalyse. Hierzu ist entweder eine Chorionzottenbiopsie (11-13 SSW) oder eine Amniozentese (14-18 SSW) erforderlich.

In jedem Fall ist eine weitere Ultraschalluntersuchung (Organscreening) in der 18.-22. SSW empfohlen.

Der Ausschluss eines Neuralrohrdefekts erfolgt in der Regel durch Ultraschall. Zusätzlich kann eine AFP-Bestimmung (alpha-Fetoprotein) in der 15-17. SSW aus mütterlichem Serum bzw. aus Fruchtwasser erforderlich sein.

Trotz spezieller, hoch auflösender Ultraschallgeräte können die Untersuchungsmöglichkeiten durch eine ungünstige Lage oder durch eine starke mütterliche Bauchdecke eingeschränkt sein.

Selbst, wenn durch Ultraschall und PAPP-A-Test keine Auffälligkeiten festgestellt werden können, ist dies keine Garantie für ein gesundes Kind.

Gerne werden Sie über die weiteren Möglichkeiten der pränatalen Diagnostik beraten.

*Qualifikation der DEGUM-Stufe II
**Zertifiziert nach den Richtlinien der FMF-London und FMF-Deutschland
(nähere Informationen unter der Rubrik "Praxis-Info")

(1) Nicolaides KH (2003) Ultrasound Obstet Gynecol 21:313-321
(2) Empfehlung der FMF Deutschland

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